Im Gemeindegebiet von Kössen (Bezirk Kitzbühel) im Tiroler Unterland wurde kürzlich erstmals eine gelbfüßige Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) in Tirol nachgewiesen.
Die invasive Art stammt ursprünglich aus Zentral- und Ostasien und wurde vermutlich vor mehr als 20 Jahren nach Frankreich eingeschleppt. Seither breitet sie sich kontinuierlich in Europa aus.
In Österreich wurde sie 2024 erstmals in Salzburg nachgewiesen, die ersten Nester wurden 2026 in Vorarlberg entdeckt. Sie stellen allen voran eine Gefahr für die heimische Biodiversität dar, weshalb ExpertInnen derzeit auf der Suche nach dem Nest sind. Die Bevölkerung wird gebeten, allfällige Sichtungen bzw. Verdachtsmomente zu melden.
Bestätigung des Fundes in Tirol:
Durch die persönliche Anwesenheit, Sammlung und Begutachtung von Dr. Dirk Louis Schorkopf von der Abteilung für Bienenkunde und Bienenschutz der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) am 25.08.2026, konnte die Art Vespa velutina nigrithorax eindeutig bei den Verdachtsfällen in Kössen bestätigt werden.
Laut Dr. Schorkopf ist es sehr wahrscheinlich, dass sich mindestens ein Nest in unmittelbarer Nähe der Sichtungen befindet. Dieses wird als Sekundärnest oder zumindest als ein größeres Primärnest eingeschätzt.
Ursprünglich bestand aufgrund der Nähe zur Grenze (Luftlinie ca. 600 Meter) die Möglichkeit, dass sich das Nest auf deutschem Gebiet befindet. Diese Möglichkeit kann mittlerweile mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Wir haben intensiv an der Lokalisierung des zugehörigen Nests mittels Triangulation gearbeitet und konnten das Gebiet, in dem das Nest vermutet wird, auf einen Radius von etwa 100 Metern eingrenzen.
Am 27.08.2026 fand in der Früh ein Flug über dieses Areal mit einer Drohne statt, welche mit einer Wärmebildkamera ausgestattet war. Über weitere Ergebnisse werden wir berichten.
WICHTIG:
- Bitte keine Tiere fangen oder töten, da Verwechslungen mit heimischen Arten möglich sind und eine erhöhte Verletzungsgefahr durch Stiche in Nestnähe besteht.
- Auf den Einsatz von Hornissenfallen oder Wespensprays unbedingt verzichten (mögliche unkontrollierte Reaktionen).
- Der Nestbereich kann für Menschen gefährlich sein, daher niemals selbst entfernen! Die Entfernung der Nester ist ausschließlich von den zuständigen Behörden und geschulten Fachleuten vorzunehmen, was in jedem Bundesland einzeln geregelt ist. Wenden Sie sich daher bitte diesbezüglich an den jeweiligen Landesverband.
- Jede Sichtung einer vespa velutina ist meldepflichtig: Jede Meldung kann dazu beitragen, die Nester frühzeitig zu lokalisieren und die weitere Ausbreitung einzudämmen.
- Meldungen: Zentrales Velutina-Meldeportal (Biene Österreich und Landwirtschaftskammern):
Vespa velutina - Übersicht - Bienengesundheit
Vespa velutina erkennen - Bienengesundheit
Vespa velutina bekämpfen - Bienengesundheit
Links zu Vespa velutina - Bienengesundheit